Protest gegen Panorama - Grand Theft Auto News and Info
1078 User online
Mod Datenbank
Neuste Mods
Featured Mods
Mod Upload
Tutorials
FAQ
Suche
 

News
SanAndreas: Protest gegen Panorama
01.03.2007, 00:32
Autor: Jan

Vor einigen Tagen berichteten wir bereits über den Beitrag des ARD-Magazins Panorama in Bezug auf "Killerspiele" bzw. über den direkten Bezug auf GTA San Andreas. Seit der Ausstrahlung dieses Beitrags und seiner Erwähnung auf diversen Internetseiten, entstand wieder eine breite Diskussion unter Gamern über die öffentliche Wahrnehmung von Computer- und Videospielen. Leider sind Meinungen unter Spielern zum Teil nicht reflektierter und differenzierter als bei der Gegenpartei, was eine Diskussion natürlich nur schwer möglich macht.

Ein journalistisch miserabler Bericht bedeutet nicht die völlige Unseriösität eines Magazins (in diesem Fall Panorama). Der Bericht namens "Morden und Foltern als Freizeitspaß - Killerspiele im Internet" enthält grobe sachliche Fehler, die eventuell einem politischen Zweck dienen. Dies gilt anzuprangern (dazu später mehr), eine wilde Hetzkampagne gegen Panorama, das Erste (ARD) oder einzelne Parteien ist aber völlig fehl am Platze und unterstützt unseren Standpunkt nicht! Das voreilige Einnehmen extremer Positionen gilt nicht nur bei Befürwortern eines Verbots für "Killerspiele" zu kritisieren, sondern im gleichen Maße bei den Gegnern.

Nun möchten wir aber einen Blick darauf werfen, was sich seit letzter Woche konstruktiv getan hat. Wir schickten eine Bitte um Stellungnahme an die Redaktion von Panorama, erhielten jedoch keinerlei Antwort. Zwar veröffentlichte das Team im eigenen Forum eine "Stellungnahme", diese weicht aber den kritischen Fragen bewusst aus und enthält weitere Halb- und Unwahrheiten. Antworten auf unsere Fragen erhielten wir bisher nicht.

Konkretere Schritte gegen die diffamierenden Aussagen leiten aktuell die Kollegen von Gamer sind keine Verbrecher! ein. Sie arbeiten an einem Beschwerdebrief, der alle Falschaussagen ausführlich erläutert und an den Deutschen Presserat geschickt werden soll. So soll eine Gegendarstellung in einer der nächsten Ausgaben von Panorama erreicht werden. Wenn ihr unserem Partner bei dieser Bestrebung helfen möchtet, könnt ihr euch auf der offiziellen Seite informieren.

Ob die Beschwerde Erfolg hat, ist trotz der eindeutigen Sachlage fraglich. Der Presserat kam in der Vergangenheit immer wieder zu sehr fragwürdigen Entscheidungen, die die Neutralität und Durchsetzungsfähigkeit dieses wichtigen Organs der Pressefreiheit in Frage stellen.

UPDATE: Inzwischen erreichte uns eine Email der Redaktion. Während viele Punkte nur die allgemeine Kritik ansprechen, möchte ich einen einzelnen Punkt anführen, der sich auf die Aussage zur Hot-Coffee-Mod bezieht.

In Bezug auf GTA - San Andreas haben wir im Text deutlich darauf hingewiesen, dass die offizielle Handelsvariante diese Szenen nicht enthält, sondern, dass die gezeigte Spielvariante nur illegal über das Internet mit Sex-Szenen erweitert werden kann, z.B. über P2P Netze. Wir haben einen "zurückhaltenden Ausschnitt" aus dieser Variante gezeigt. Dort ist es aber möglich, die Frau komplett zu entkleiden, die Kameraperspektive beliebig zu verändern und die Frau bei den sexuellen Handlungen herumzukommandieren. Auf einer "Befriedigungsskala" des Spielers wird dann angezeigt, wann die Sex-Szene beendet ist. Insgesamt denken wir, dass man derartige Spielmöglichkeiten durchaus als extrem frauenfeindlich, möglicherweise auch als Vergewaltigung werten könnte. Die Formulierung in unserem Kommentar "möglichst viele Frauen vergewaltigen", mag in diesem Zusammenhang etwas verkürzt gewesen sein.
Zwar enthält diese Ausführung geringe Zugeständnisse seitens der Redaktion, lässt aber noch immer viel Raum für Kritik. Zunächst ist es enttäuschend, dass sich Panorama wieder extrem negativ über das Modifizieren von Spielen äußert und unsere Szene in ein sehr schlechts Licht rückt. Es ist richtig, dass sich Rockstar Games aufgrund der Diskussion über die Hot-Coffee-Mod deutlicher von der Modding-Szene distanziert hat. Klar ist aber auch, dass Rockstar Games die Modifizierung ihres Spiels zuvor wohlwollend verfolgt hat, was zum Beispiel auch die Erwähnung unserer Seite und weiteren Fansites im offiziellen Handbuch und auf der offiziellen Seite zeigt.

Weiter erwähnt die Redaktion, dass es in einer weiteren Version der Mod möglich sei, nackte Frauen zu sehen. Dies ist völlig richtig, steht aber in keinem Zusammenhang zu den Vergewaltigungs-Vorwürfen. Auch die Möglichkeit, die Perspektive der Kamera zu ändern, steht in keinem Zusammenhang zu dem ursprünglichen Vorwurf gegenüber der Hot-Coffee-Mod, weshalb es seltsam erscheint, dass es explizit erwähnt wird. Der nächste Vorwurf, der Spieler würde die Frau herumkommandieren, erscheint im ersten Moment durchaus nachvollziehbar. Hier spielt die Redaktion wohl darauf an, dass der Spieler allein die Intensität des Verkehrs und die Stellungen bestimmt. Jedoch handelt es sich bei der Hot-Coffee-Mod um ein Minispiel innerhalb von GTA San Andreas (vergleichbar mit Basketball, Billard oder auch den Spieleautomaten). Alle Spiele zeichnen sich durch sehr simple Bedienbarkeit aus, da sie schließlich lediglich kleine Zusatzgimmicks darstellen. Hier ist wohl eher der Grund zu suchen, weshalb keine echte Interaktion zwischen der KI (in diesem Fall der Frau) und dem Spieler (also Carl Johnson) stattfindet.

Man mag darüber streiten, ob diese Darstellung frauenfeindlich ist. Unstrittig ist jedoch, dass der Vorwurf - man würde eine Vergewaltigung "nachspielen" - unwahr ist. Die Stellungnahme ist durchaus durchdacht und beschreibt die Hot-Coffee-Mod relativ zutreffend. Auf Basis der reinen Spielszenen ist der Verdacht, es handele sich um eine Vergewaltigung, also durchaus verständlich. Kennt man jedoch die Rahmenbedingungen innerhalb der Geschichte von San Andreas, so schließt sich dieser Verdacht schnell aus und die Aussage, dass das Vergewaltigen möglichst vieler Frauen das Ziel sei, bleibt eine komplette Unwahrheit. So ungern ich Panorama vorwerfe, auf Niveau der Bild-Zeitung zu berichten, muss ich diesen Vergleich leider doch ziehen. Die beschriebene Aussage ("wer hier möglichst viele Frauen vergewaltigt, gewinnt") als Verkürzung der Tatsachen zu verkaufen, ist ein typisches Mittel, wie es auch die Bild benutzt. Einseitige Überspitzungen sind nicht identisch mit Verkürzungen. Wenn sich die Redaktion von Panorama dessen nicht bewusst ist, dann sind sie für einen seriösen Fernsehsender tatsächlich nicht tragbar.





Community
Neuste Mods
Werbung
Folge uns
Featured Mods
Werbung
243717372414179255
This month's most downloaded
This month's highest rated
Unsere Partnerseiten